DokFilmWerkstatt Monschau 2026
9. – 11. Oktober 2026
Anmeldungen bis 7.10.2026 – die Teilnehmerzahl ist auf 35 begrenzt.
Wir freuen uns, dass die DokFilmWerkstatt Monschau 2026 wieder in gewohnter Weise stattfinden kann. Zum 12. Mal treffen sich Kolleginnen und Kollegen im romantischen Eifelstädtchen Monschau.
Wir zeigen Dokumentarfilme aus Deutschland und den Niederlanden. Im Anschluss an die Vorführungen gibt es Werkstattgespräche mit den Filmemacherinnen und Filmemachern. In kollegialer Atmosphäre tauschen wir uns über unser Handwerk, über Produktions- und Vertriebsbedingungen und über Gestaltungsmöglichkeiten aus. Wie schon in den Jahren zuvor führen wir Gespräche „entre nous“ – abseits der Konkurrenzsituation bei Filmfestivals oder Branchentreffen, die zwangsläufig oft von Selbstdarstellung geprägt sind.

Bürgersaal Aukloster
Ferienwohnungen auf der Burg
Auf der Burg Monschau sind für uns fünf komfortable Ferienwohnungen reserviert. Die Tagungsgebühr beträgt 150 €. Darin enthalten sind die Verpflegungs- und Übernachtungskosten für drei Tage und zwei Nächte. Außerdem besteht immer die Möglichkeit, ein Hotelzimmer in der Altstadt unter monschau.de selbst zu buchen. Dann reduziert sich die Tagungsgebühr auf 80 €.
Übernachtung
Ferienwohnung auf der Monschauer Burg:
Hirschhaus, Jugendherberge Burg Monschau
Auf dem Schloss 4
52156 Monschau
Individuelle Hotelzimmer in der Altstadt:
monschau.de
Altstadt Monschau
DokFilmWerkstatt Monschau
9. – 11. Oktober 2026
Aukloster Monschau
Austraße 7
52156 Monschau
Beginn Freitag, 9.10.26 14 Uhr
Ende Sonntag, 11.10.26 17 Uhr.

Aukloster
Anreise
Bus 66 von Aachen Bushof oder Bahnhof Rothe Erde bis Haltestelle Monschau Altstadt.
Kosten
Tagungsgebühr mit Übernachtung 150 €
Tagungsgebühr ohne Übernachtung 80 €
Fragen bitte per E-Mail an:
Michael Chauvistré
michael@happy-endings.de
+49 241 5597240
+49 172 3056444
Programm
Freitag 9.10.26
13.30 – 14.00 Ankunft | Kaffee | Kuchen
14.00 – 15.05 Yiddish! Vey iz mir, 35 Min., 2026
Diskussion mit Regisseurin Re Karen und Regisseur Gernot Steinweg
15.15 – 17.00 Il cuore in mano, i piedi sulla strada, 73 Min., 2012/2026, (OF ital. m. dt. UT)
Diskussion mit Regisseur Uli Möller
17.00 – 18.00 Zimmerbezug auf der Burg Monschau
18.00 – 19.30 Abendessen
19.30 – 20.45 Barbara und Fenja, 36 Min., 1992
Diskussion mit dem Regisseur Michael Chauvistré
21.00 – 22.00 Das ist Polen, 24 Min., 2013
Diskussion mit der Regisseurin Jutta Riedel
weitere Regisseure Mirek Balonis, Angelika Herta und Filip Jacobson
22.00 Ausklang, gemütliches Zusammensitzen
Samstag 10.10.26
10.00 – 12.30 Achtundzwanzig, 116 Min., 2024
Diskussion mit Regisseurin Cornelia Grünberg
12.30 – 13.50 Work in Progress, 52 Min., 2026
Diskussion mit Regisseurin Alice Agneskirchner
13.50 – 15.00 Mittagessen
15.00 – 16.00 Spaziergang oder
Besuch Fotografie-Forum der StädteRegion Aachen
16.00 – 17.30 Von Körpern und Geistern
(AT – Work in Progress), 45 Min., 2026
Diskussion mit Regisseurin Katharina Pethke über den Film und ihr Buch
Der Porträtfilm und seine Spannungsfelder, Hamburg 2026
18.00 – 19.30 Abendessen
19.30 – 21.40 Bärbel Bohley – Tagebuch einer Auflehnung, 96 Min., 2025
Diskussion mit Regisseur Fosco Dubini
21.45 Ausklang, gemütliches Zusammensitzen
Sonntag 11.10.26
10.00 – 12.00 Optische Schreie – Die Geschichte des Aachener Wandmalers, 89 Min., 2025
Diskussion mit Regisseurin Lovorka Perić-Hassler
12.00 – 13.00 Überraschungsfilm
13.00 – 14.00 Mittagessen
14.00 – 15.00 Abschlussdiskussion
16.00 – 17.00 Ende der Veranstaltung | gemeinsames Aufräumen
Filmliste
| Titel | Regie | Kurzinhalt |
|---|---|---|
| Yiddish! Vey iz mir | Gernot Steinweg Re Karen 35 Min | 2026 | Spurensuche nach einer fast vergessenen Sprache und Kultur Der 42-jährige Musiker Daniel Bukowski erinnert mit einem vor 28 Jahren gedrehten Film an seine jiddischen Wurzeln. Damals lernte er in einer Schüler-AG Jiddisch, um seine aus Litauen stammenden und in Israel lebenden Großeltern besser verstehen zu können. Als er sie zu Ostern 1998 besuchte, begleiteten die Filmemacher Gernot Steinweg und Re Karen ihn mit der Kamera. Obwohl das Jiddische in Israel lange Zeit unterdrückt wurde, trafen sie auf eine kleine, aber sehr lebendige jiddische Szene: Schauspieler, Autoren, Musiker, Wissenschaftler, Familien und Jugendliche. Fast drei Jahrzehnte später fragen die Filmemacher nach, was aus dem Jiddischen in Deutschland und Israel geworden ist. Jiddisch ist eine Mischung aus Mittelhochdeutsch, Hebräisch, Aramäisch und Slawisch. Ursprünglich war es die Sprache der Juden in Mittel- und Osteuropa, von wo aus sie sich über die ganze Welt verbreitete. Als grenzüberschreitende und international ausgerichtete Sprache war Jiddisch nie Ausdruck einer militärischen Macht. Die jiddische Kultur erlebte ihre höchste Blütezeit zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Vor dem 2. Weltkrieg sprachen weltweit rund elf Millionen Menschen Jiddisch, heute sind es noch etwa 600.000, Tendenz steigend. Der Film gibt in 35 Minuten einen vielschichtigen Einblick in ein prägendes Element europäisch-israelischer Kulturgeschichte. |
| Il cuore in mano, i piedi sulla strada | Uli Möller 73 Min | 2012/2026 | Wer weiß es schon, auf der Straße ist alles möglich. Das ist das Motto der Protagonisten in Uli Möllers Film „Il cuore in mano, i piedi sulla strada“. Immer schön am Boden bleiben, aber dennoch nie aufhören zu träumen und zu hoffen. Vor allem Letzteres fällt uns in der heutigen Zeit immer schwerer. Dennoch, Wilma, ein junges Mädchen, zeigt uns, dass es geht. Sie lebt an der längsten Straße Italiens, die sich über 1000 km von Norden nach Süden erstreckt. Während sie sehnsüchtig auf die Rückkehr ihres Vaters wartet, streift sie umher und kreuzt auf ihrem Weg die verschiedensten Schicksale, die einen erfreulich, die anderen weniger, so wie das Leben sie eben schreibt.Der Film ist ein Roadmovie der besonderen Art. Auf der Straße der Herzen erzählt uns Uli Möller persönliche Geschichten. In einigen Fällen heiß und lebhaft, manchmal kühl und ruhig, manchmal hart und realistisch. Uli Möller schafft Bilder, Situationen und Gedanken, die wie ein Auto durch die lange Küstenstraße rauschen und uns immer wieder in ihren Bann ziehen. Ein Stück Italien, ein authentisches Zeitdokument. |
| Das ist Polen | Mirek Balonis Angelika Herta Filip Jacobson Jutta Riedel 24 Min | 2013 | Der Film Das ist Polen ist ein Beispiel für ein eher seltenes Filmgenre, das eine fiktive Geschichte in Form einer Parodie präsentiert und dabei den falschen Eindruck einer Dokumentation erweckt. Der Film betrachtet das Problem der Einwanderung mit viel Humor und einem Augenzwinkern. Denn das, so das deutsch-polnische Filmteam, sei besser als tödlicher Ernst: „Das Phänomen der Einwanderung wird in Deutschland ausschließlich unter dem Gesichtspunkt der Probleme betrachtet. Die Einwanderer werden nicht in ihrem Potenzial gesehen. Es gibt eine Menge Material und Dokumentationen über Einwanderung, die sehr schmerzhaft sind. Und wir interessieren uns für die Frage, was die guten Seiten der Anwesenheit von Einwanderern sind.“ Der Premiere von Das ist Polen in Köln gingen Vorführungen des Films beim Europäischen Dokumentarfilmfestival DokumentArt in Neubrandenburg und in Szczecin, bei den Polnischen Kulturtagen Polenmarkt in Greifswald und beim internationalen Filmfestival Zoom in Jelenia Góra voraus. Die Macher waren jedes Mal überrascht, dass weder die Zuschauer noch die Jury zwischen Fiktion und realen Ereignissen unterschieden und an den für den Film erfundenen Preis Auswanderer des Jahres glaubten. „Wenn der Preis Auswanderer des Jahres in Deutschland rein theoretisch vergeben würde, stellt sich die Frage: Welcher Auswanderer hätte ihn verdient? Derjenige, der sich in die Gesellschaft integriert hat, einfallsreich ist und Steuern zahlt?“, sinniert Mirek Balonis, der die Hauptrolle im Film spielt. |
| Barbara und Fenja | Michael Chauvistré 36 Min | 1992 | Barbara und Fenja. Zwei Studentinnen in Rostock. Es ist die Zeit, in der die Freundin die kontinuierliche Beziehung ist. Eine Zeit, in der der Mann fürs Leben noch nicht aufgetaucht sein muss. Alles ist noch offen. Die Sehnsüchte gehören schon den Männern, aber alles ist noch ein Spiel. Es wird schon ernst genommen, das Verliebtsein, aber es hat noch nichts Unbedingtes. |
| Achtundzwanzig | Cornelia Grünberg 116 Min | 2024 | 2008 waren Lisa, Fabienne, Laura und Steffi gerade mal 14. Und schwanger. Sie sagten: „Wir kriegen das hin.“ Und brachten Leyla, Valentin, Stella Luna und Jason zur Welt. 15 Jahre später: Ihre Kids sind jetzt genauso alt wie sie damals. Zeit, zurückzublicken – und nach vorn. In Achtundzwanzig erzählen die jungen Mütter ihre Geschichten: Wie es war, mit 14 plötzlich Verantwortung zu übernehmen. Was sie geprägt hat. Und wie es ihnen – und ihren Kindern – heute geht. Erstmals sprechen nun auch die Kinder der jungen Mütter über sich und ihr Leben heute. Ein Film über 15 Jahre Leben, über Mut, Familie, Zusammenhalt – und Entscheidungen, die alles verändern. |
| Work in Progress | Alice Agneskirchner 52 Min | 2026 | Ein Porträt |
| Von Körpern und Geistern (AT – Work in Progress) | Katharina Pethke Carmen Losmann 45 Min | 2026 | Der Film porträtiert mit Silja Graupe eine Visionärin, deren Körper immer öfter und stärker streikt – und bald gar nicht mehr funktionieren wird. Was bleibt angesichts des absehbaren Endes? (K)eine Heldinnengeschichte. |
| Bärbel Bohley – Tagebuch einer Auflehnung | Fosco Dubini 96 Min | 2025 | Bärbel Bohley wurde 1988 in der DDR verhaftet und zwangsweise in den Westen abgeschoben. Über die Zeit in Westdeutschland und ihre Reisen nach England, Frankreich und Italien führte sie ein Tagebuch. Nach 6 Monaten erkämpfte sie ihre Rückkehr. Sie wurde Mitbegründerin der Bürgerrechtsbewegung ‚Neues Forum‘ und das prominente Gesicht der friedlichen Revolution 1989. Sie verstarb 2010 an Krebs.
Parallel zu den Stationen des Tagebuchs schildern enge Freunde und Mitstreiterinnen ihre Erfahrungen mit der Staatssicherheit, den perfiden Unterdrückungsmaßnahmen und ob politische Häftlinge in den Gefängnissen radioaktiv verstrahlt wurden. |
| Optische Schreie – Die Geschichte des Aachener Wandmalers | Lovorka Perić-Hassler 89 Min | 2025 | Der Dokumentarfilm folgt den Spuren von Klaus Paier, der als Pionier der Street Art in Deutschland gilt. Basierend auf Interviews mit Zeitzeugen, Kunsthistorikern und seinen Freunden sowie auf Archivmaterial, Skizzen und Fotografien, beleuchtet der Film auch das Echo seines Werks auf die Stadtbewohnerschaft in Aachen und Köln. Ein Film über Kunst, Widerstand und die Frage „Wem gehört der öffentliche Raum?“ |
Die DokFilmWerkstatt Monschau wird seit 2015 in Kooperation mit diversen Partnern veranstaltet. Sie ist Teil des Projekts Films for Future im Rahmen von RKP – Regionales Kulturprogramm NRW. Gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW und von der Stiftung Kulturwerk der VG Bild-Kunst. Der Bundesverband Regie e.V. (BVR) ist Kooperationspartner. In der Euregio Maas-Rhein gelegen, laden wir wieder Filmemacherinnen und Filmemacher aus Belgien, Deutschland, Luxemburg und den Niederlanden ein. Leiter der DokFilmWerkstatt ist Michael Chauvistré von Happy Endings Film.


Wir freuen uns auf ein spannendes Wochenende in Monschau! Das Werkstatt-Team mit:
Michael Chauvistré, Petra Schmitz und Dagmar Diebels.
DokFilmWerkstatt Monschau 2025 – Rückblick
Nach jedem Film wurde diskutiert. Ernsthaft und kritisch, aber ebenso humorvoll und stets mit großem Respekt vor der Arbeit der anderen. Die rund halbstündigen Werkstattgespräche boten Raum für Fragen zu Dramaturgie, Bildgestaltung, Montage und Produktionsbedingungen ebenso wie für den Austausch über persönliche Erfahrungen beim Filmemachen.
Auch Filmkulturinteressierte aus der Region Aachen waren während des Wochenendes dabei. Sie beteiligten sich engagiert an den Werkstattgesprächen und trugen mit ihren Fragen und Beobachtungen zum offenen Austausch bei.
Drei Tage lang stand Monschau wieder ganz im Zeichen des Dokumentarfilms. Vom 3. bis 5. Oktober trafen sich Filmschaffende und Filminteressierte zur inzwischen 11. DokFilmWerkstatt im Aukloster – einem Ort, der sich längst als idealer Rahmen für intensive Filmgespräche und kollegialen Austausch bewährt hat.
Zehn Dokumentarfilme wurden an diesem Wochenende gezeigt. Zu jeder Vorführung gehörten auch die Menschen, die sie geschaffen haben: Regisseurinnen und Regisseure, ein Kameramann und ein Editor waren persönlich anwesend und stellten sich den Gesprächen mit dem Publikum. Sie kamen aus Köln, dem Ruhrgebiet, dem niederländischen Limburg, aus München, Bremen, Berlin und Aachen – und brachten ganz unterschiedliche Perspektiven auf das dokumentarische Erzählen mit.
Die besondere Atmosphäre der DokFilmWerkstatt entsteht jedoch nicht nur im Vorführsaal. Die meisten der rund 30 Teilnehmenden waren gemeinsam in den Ferienwohnungen auf der Monschauer Burg untergebracht. So setzten sich die Gespräche beim Frühstück, auf den Wegen durch die Altstadt oder am Abend ganz selbstverständlich fort. Aus diesen Begegnungen entstanden neue Ideen, Kontakte und erste Überlegungen für zukünftige gemeinsame Projekte.
Kooperationspartner der DokFilmWerkstatt Monschau 2025 waren erneut der Bundesverband Regie (BVR) sowie die Stiftung Kulturwerk der VG Bild-Kunst. Dank ihrer Unterstützung konnte die Werkstatt auch in diesem Jahr als Forum des künstlerischen Austauschs stattfinden – ein Ort, an dem Regie, Kamera und Schnitt miteinander ins Gespräch kommen und traditionelle wie neue Ausdrucksformen des dokumentarischen Films gemeinsam weiterdenken.
So hat die 11. DokFilmWerkstatt einmal mehr gezeigt, was sie seit vielen Jahren auszeichnet: Zeit für Filme, Zeit für Gespräche und Zeit für Begegnungen, die weit über ein gewöhnliches Festivalwochenende hinausreichen.

















